Die Vielfalt der Gitarrenmusik

Ein Glanzlicht des Festivals: die Gitarristen Matthew McAllister (r.) und Matthew Cochran. © Passauer Seiten

Passauer Saiten von 28. Februar bis 15. März

 

Vor 18 Jahren haben die Gitarristen Yvonne Zehner und Jürgen Schwenkglenks das Gitarrenfestival Passauer Saiten gegründet. Es hat sich zu einer beliebten Plattform für das musikalische Publikum der Region entwickelt. Internationale Künstler treten ebenso auf wie der Nachwuchs. Besonders beliebt sind die kleinen Mittagskonzert. Die Passauer Kindersaiten bieten ein  Format, das extra für junge Gitarristen und Besucher geschaffen worden ist.

Am 28. Februar startet das Festival und bietet 11 Veranstaltungen bis 15. März

28. Februar: Eröffnungskonzert

Gotisches Langhaus, Passau Niedernburg, 19.30 Uhr

Im ersten Konzert der Reihe treffen Solisten auf ein Streichquartett. Die Künstler sind Chih Hui Chang (Violoncello), Marlene Feldbauer (Flöte), Jürgen Schwenkglenks (Gitarre), Yvonne Zehner (Gitarre) und das Jade Quartett.

Das Programm:

Jürgen Schwenkglenks (*1956)
Lo que pasa
für Violoncello und Gitarre

Martin Rokeach (*1953)
Stars Falling Like Snow /gewidmet Yvonne Zehner
für Gitarre solo
Sleepless Night
für Flöte, Violine, Violoncello und Gitarre

Hans Werner Henze (1926-2012)
Allegra e Boris
für Violine und Viola
An Breton
für Viola solo

Jing Peng (1965-2023)
Guitar Concerto
für Streichquartett, Gitarre und Violoncello

PAUSE

Jing Peng
Wanderndes Mondlicht
für Streichquartett und Violoncello

Béla Bartók (1881-1945)
Streichquartett Nr. 3

Carlos Guastavino (1912-2000)
Las Presencias Nr. 6 (Jeromita Linares)
für Streichquartett und Gitarre

 

1. März: Saitenglück – Philipp Schiepek

Café Museum, 18 Uhr

Philipp Schipek spielt klassische Gitarre und E-Gitarre bei seinem Konzert in Passau. © Gregor Kipping

Philipp Schiepek, geboren 1994 in Dinkelsbühl, spielt sowohl klassische Konzertgitarre als auch Jazzgitarre. Klassische Gitarre studierte er an den Hochschulen on Würzburg und München. Er entwickelt gerne zusammen mit anderen Musikern Projekte. Bisher sind fünf Discs erschienen: Meadows & Mirrors, 2024, Versuch zu träumen, 2024, Triptych, 2021, Philipp Schiepek & Walter Lang: Cathedral, 2022, Golem Dance, 2019.

Er ist Professor für Jazz-Gitarre an die Hochschule für Musik und Theater München.

In der ersten Konzerthälfte widmet er sich der klassischen Konzertgitarre. Werke aus seinem Album „Meadows and Mirrors“ treten in einen Dialog mit Kompositionen von Fernando Sor, Leo Brouwer und Antonio Lauro. In der zweiten Hälfte öffnet sich ein neuer Klangraum: Die E-Gitarre betritt ungewohnt eleganten Boden. Auszüge aus seinem Programm „Versuch zu Träumen verbinden sich mit Interpretationen von Bach und Villa-Lobos – ein reizvolles Experiment, das die klassischen Werke in neuem Licht erscheinen lässt

5. März: Mittagskonzert 1 – A Gipsy Voyage

St.-Anna-Kapelle, 12.30 Uhr

Solist ist Felipe Sauvageon. Der Franzose ist mit der Tradition der Gypsy-Kings aufgewachsen. Er kam 1976 zum Musikstudium am Leopold-Mozart-Konservatorium nach Augsburg. Zwischen 1976 und 1987  schob er lange Studienaufenthalte in Granada und Jerez de la Frontera zum Studium des andalusischen Flamencos ein, u.a. bei Parilla de Jerez. Als Flamencotanz-Begleiter an der Gitarre/ Gesang tritt Sauvageon schon seit 1976 mit zahlreichen Tänzer/innen auf u. a. in Granada, Barcelona, Pamplona, Vitoria (Spanien), Mallorca, Acapulco, San Miguel, Zihuatanejo, Puerto Vallarta (Mexico), Ägypten und ganz Europa.

Felipe Sauvageon lebt und arbeitet heute wechselweise in Deutschland, Südfrankreich und Mexico. In Passau spielt und singt die klassischen Flamencos, die Rumba Catalana und auch Chanson Gitane. Die meisten Songs haben spanische Texte, einige auch französische, catalanische oder Romanes. Letztere ist die Sprache der Fahrenden, deren Lieder von Reisen vergangener Tage berichten.

 

6. März: DUSIL – The Sound of Portugal

Café Museum, 19.30 Uhr

Das Duo Eudoro Grade (klassische Gitarre) und Luis Coelho (portugiesische Gitarre) versteht sich als Geschichtenerzähler der portugiesischen Gitarre im Stil des Südens. Mit dem Projekt „O Som que Acorda o Tempo“ (Der Klang, der die Zeit erzählt), haben Euodoro Grade und Luis Coelho ein Programm entwickelt, das Komponisten wie Carlos Paredes, Gonçalo Paredes, Manuel Marques, Jan Tisky, Casimiro Ramos, José Nunes und Armandinho präsentiert, zusammen mit zwei Originalkompositionen von Miguel Jesus und Carlos Garcia.

„O Som que Acorda o Tempo” ist das Ergebnis von Arrangements, die ursprünglich von Carlos Garcia und Miguel Jesus für das DUsul- geschaffen wurden, inspiriert von der Symbiose zwischen der instrumentalen Spontaneität des portugiesischen Musikrepertoires, die nur die portugiesische Gitarre wiedergeben kann, und der klassischen Musik, die die einzigartige Stimme der klassischen Gitarre als kulturelles Erbe annimmt.

 

7. März: Tal Hurwitz – Recital

 Café Museum, 19.30 Uhr

Vielfach ausgezeichneter Gitarrist, Komponist und Pädagoge: Tal Hurwitz. © Passauer Saiten

Tal Hurwitz ist ein international renommierter israelischer klassischer Gitarrist, Komponist und Musikpädagoge. Er ist bekannt für seine virtuose Technik, Wettbewerbserfolge und Kompositionen, die moderne Elemente mit klassischer Tradition verbinden. Hurwitz studierte am Mozarteum Salzburg, veröffentlichte 2023 sein Debütalbum „Guitar Recital“ und ist als Dozent tätig. Er studierte Gitarre und Komposition an der Universität Mozarteum in Salzburg. Tal ist regelmäßig sowohl als Solist als auch für Meisterkurse zu Gast bei wichtigen Festivals rund um den Globus, darunter das Festival Hispanoamericano de Guitarra (Mexiko), die Guitar Foundation of America (USA), das Petrer Guitar Festival (Spanien), Forum Gitarre Wien (Österreich), das Guitar Art Festival (Serbien), das International Guitar Festival J.K. Mertz (Slowakei) und das Essonne Guitar Festival (Frankreich). Er ist Lehrbeauftragter für Gitarre an der Universität der Künste Berlin sowie für Orchesterinstrumente und Dirigieren am Institut für künstlerische Ausbildung.

Das Programm wurde nicht bekanntgegeben.

 

8. März: Shiri Coneh – Recital

Museum Moderner Kunst Passau, 18 Uhr

Am Internationalen Frauentag kommt eine wahre Powerfrau nach Passau: Shiri Coneh. Sie war bereits mehrere Male Gast bei den Passauer Saiten und ebenso bei Festivals wie dem Belgrads Guitar-Art Festival, den Europäische Wochen Passau, Berlin Guitar Festival, Bad Aibling und beim The Israeli Music Fest. Sue wurde in eine israelische Musikerfamilie geboren und studierte u. a. am Mozarteum in Salzburg. Aktuell ist die bei Wettbewerben vielfach ausgezeichnete Musikerin  Stipendiatin der America-Israel Cultural Foundation.

Ihr aktuelles Recital beschäftigt sich mit Komponistinnen des 20. und 21. Jahrhunderts, deren Musik sie in Beziehung zu derer ihrer männlichen Kollegen setzt.

12. März: Kammerkonzert Der Klang des Violoncellos trifft die Artikulation der Gitarre

Heilig-Geist-Kirche Passau, 19.30 Uhr

Die beiden bekannten Solisten Anja Lechner (Violoncello) und Pablo Márquez  (Gitarre) treten als Duo auf. Ihr Repertoire reicht von barocker und klassischer Musik über iberoamerikanische Kompositionen bis hin zu zeitgenössischen Werken und frei gestalteten Improvisationen.

Anja Schiff, geboren 1962 in Kassel, war Schülerin von Heinrich Schiff und ist auch als Gründungsmitglied des Rosamunde Quartetts bekannt, dem sie bis zu dessen Auflösung 2009 angehörte. Von 1993 bis 1998 hatte sie eine Gastprofessur an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz. Heute lebt und unterrichtet sie in München. Anja Lechner ist sehr aufgeschlossen gegenüber zeitgenössischer Musik und hat zahlreiche Werke uraufgeführt, z. B. von Arvo Pärt, Dino Saluzzi und  Günter Bialas.

Pablo Márquez , geboren 1967 in Argentinien, studierte Gitarre in Buenos Aires. Er ist Preisträger zahlreicher internationaler Auszeichnungen. Er lehrt als Professor an der Universität Basel. Mit Anja Lechner und auch dem Rosamunde Quartett hat er bereits öfters musiziert. In ihrem gemeinsamen wollen die Musiker die warme, kantable Klangsprache des Violoncellos und die farbenreiche, filigrane Artikulation der Gitarre ausloten. Ihr Repertoire reicht von barocker und klassischer Musik über iberoamerikanische Kompositionen bis hin zu zeitgenössischen Werken und frei gestalteten Improvisationen.

Das Programm wurde nicht bekanntgegeben.

12. März: Mittagskonzert 2 – Chords and Lines

St.-Anna-Kapelle, 12.15 Uhr

Daniel Wildner (Gitarre) und Dorian Gollis (Kontrabass) sind zwei Musiker, die sich unter dem Namen cords & lines zusammengefunden haben. „Chords & lines“ versteht sich als ein modernes Gitarren – Kontrabass – Duo das sich zwischen Jim Hall & Ron Carter und Bill Frisell & Thomas Morgan bewegt. Die beiden Musiker spielen Jazz-Standards und Eigenkompositionen und lassen dabei bewusst viel Platz für Improvisation und spontane Interaktion.

Daniel Wildner hat in München an der „Neuen Jazz School“ bei Bernd Hess und an der „Hochschule für Musik und Theater“ Jazzgitarre bei Peter O’Mara studiert. Nach seinem Diplom wurde er Dozent für Gitarre an der „Neue Jazzschool München“, seit Wintersemester 2017 ist er Dozent an der Universität Passau. Daniel Wildner gibt Konzerte in Deutschland, Österreich, Tschechien, Ungarn und Italien. Passaus Kulturleben bereichert er seit 2015 mit der Organisation der monatlichen Jazz-Session im Café Museum Passau.

Dorian Gollis hat an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar Jazz-Kontrabass und Jazz-E-Bass studiert und anschließend ein Master-Studium an der Musikhochschule Carl Maria von Weber Jazz/Rock/Pop-Komposition absolviert. Er war Stipendiat des Deutschlandstipendium, der Neuen Liszt Stiftung Weimar und der Gema und Preisträger des Preises für Deutsche Schallplattenkritik (Ginger Blues – Unknown Journey)

Die beiden Musiker haben sich 2024 kennengelernt und spielen seitdem regelmäßig in verschieden Formationen zusammen.

 

14. März: Passauer Kindersaiten Eine musikalische Märchenstunde

Haus der Generationen, Heiliggeistgasse 3, 14 Uhr

Mit diesem Format wird speziell die junge Generation angesprochen. Musik und Märchen wollen die Kids und Jugendlichen sowie ihre Begleiter verzaubern.

Es spielen die Schüler und Studenten von  Yvonne Zehner, Jürgen Schwenkglenks und Daniel Wildner.

14. März: Pale Blue Dots – Matthew McAllister und Matthew Cochran

Heilig-Geist-Kirche, 19.30 Uhr

Ein absolutes Highlight präsentieren die Passauer Saiten mit den beiden international gefeierten Gitarrenstars Matthew McAllister (Schottland) und Matthew Cochran (USA). Als Duo stellten sich die beiden, die eine jahrzehntelange Freundschaft verbindet erstmals 2023 vor.

Auf dem Programm von Cochran & McAllister stehen große bekannte Komponisten wie Joh. Seb. Bach und Antonio Vivaldi, aber auch originelle Neuinterpretationen der Musik von Filmkomponisten wie Hans Zimmer und Philip Glass, sowie von Jazz-Giganten wie Pat Metheny, Chick Corea und Ralph Towner.

In Passau stellen sie ihr Projekt „Pale Blue Dots“ vor, das durch die Schriften des Schriften des Astronomen Carl Sagan inspiriert ist. Matthew Cochran setzte diese Inspiration in eine groß angelegte Suite für zwei Gitarren um, die passenderweise den Titel „Pale Blue Dot“ trägt. Cochran steuerte auch eine Reihe von ehrgeizigen und höchst originellen Arrangements der legendären Jazzkomponisten Chick Corea, Pat Metheny und Ralph Towner bei. Den Abschluss des Projekts bildet die atemberaubende Aufführung einer Suite aus Hans Zimmers ephemerer Filmmusik zum Christopher-Nolan-Epos „Interstellar“ durch das Duo.

 

15. März: Gioco di Salterio – Die Klangwelten historischer Saiteninstrumente

Redoute Passau, Kleiner Saal, 18 Uhr

Birgit Stolzenburg und Hans Brüderl musizieren die Klangwelt historischer Saiteninstrumente. © Passauer Saiten

Den Abschluss der 18. Passauer Saiten 2026 widmet sich das Duo Gioco di Salterio Klangwelten historischer Saiteninstrumente. Dabei spielen die beiden Musiker zahlreiche Instrumente: Birgit Stolzenburg musiziert Salterio, Dulce Melos, Bass Psalter und Hackbrett und Hans Brüderl spielt Laute, Vihuela, Renaissancegitarre, Theorbe und Barockgitarre.  Das Duo Musik stellt Musikmaus Mittelalter, Renaissance und Barock – und will durch improvisatorische Elemente, Spielwitz und Interpretation eine Atmosphäre schaffen, in der historische Musik neu erlebbar wird.

Birgit Stolzenburg (geboren 1959) ist Professorin für Hackbrett an der Hochschule für Musik und Theater München. In Zusammenarbeit mit dem Instrumentenbauer Reinhard Hoppe initiierte sie den Nachbau eines italienischen Salterios des 18. Jahrhunderts. Seit 1990 konzertiert sie auf dem Salterio und veröffentlicht Urtextausgaben originaler Salterioliteratur, darunter Werke von u. a. Antonio Vivaldi.

Hans Brüderl  studierte Gitarre am Leopold-Mozart-Konservatorium in Augsburg und an der Hochschule Mozarteum in Salzburg. Er ist als Lautenist ist Mitglied verschiedener Ensembles für Alte Musik, wobei er vor allem auch das Continuospiel pflegt. Sein Repertoire reicht von der Solomusik für Laute, Lautenlied, über Werke für größere Besetzungen bis zu Barockopern, Oratorien oder den Passionen von Johann Sebastian Bach. Er musizierte u.a. bei internationalen Festivals für Alte Musik wie dem Flandern Festival, Tage Alter Musik Herne, Salzburger Festspiele, Klangforum Wien und den Innsbrucker Festwochen. Der Musiker, Musikpädagoge und Komponist unterrichtet als Professor für Gitarre und Alte Musik an der Universität Mozarteum in Salzburg.

 

Karten:

Einzelkonzerte: 

Vorverkauf  20 € / ermäßigt 15 € (Abendkasse 22 € /17 € )

Festivalpass: 

Vorverkauf 80 € / ermäßigt 65 € ( Abendkasse 85 € / 70 € )

Mittagskonzerte und Kinderkonzert: Eintritt frei

 

Vorverkaufsstellen:

Musik Schacherl, Neuburgerstr. 110, 94036 Passau

Musikhaus Weiler, Gablergasse 2, 94032 Passau

Und über Email:

info@passauer-saiten.de