Das ist neu bei den 74. EW Passau

Hornistin Sarah Willis und das Ensemble The Sarabanda. © Sebastian Haenel

Intendant nennt letzte Eckpunkte des Programms

 

In einer Pressekonferenz der 74. Europäischen Wochen Passau gab Intendant Dr. Gerhard Carsten die letzten Eckpunkte des Programms bekannt. Neu in dem üppigen Angebot ist ein Brahms-Abend im Kloster Niederaltaich am 23. Juli: Die Philharmonie Pilsen spielt in der Basilika St. Mauritius unter der Leitung von Jan Schultsz einen Blockbuster der romantischen Musikliteratur: Johannes Brahms’ Sinfonie Nr. 4 aus seinem Spätwerk. Vorneweg gibt es ausgewählte ungarische Tänze des Künstlers; ursprünglich als Klavierwerke komponiert, wurden sie später orchestriert und gehören zu den beliebtesten Stücken von Brahms.

Neu im Programm ist ebenfalls  ein Erfolgsprogramm der Solo-Hornistin  Sarah Willis von den Berliner Philharmonikern: Mit „Mozart y Mambo“ interpretiert sie zusammen mit der Gruppe The  Sarahbanda Musik des großen Salzburgers mit kubanischer Rhythmik. Die Veranstaltung findert am 26. Juli im Kleinen Kursaal in Bad Füssisng statt.

Erstmals ein Weihnachtskonzert

Das Programm wird ergänzt mit einem Weihnachtskonzert am 26. November in der Studienkirche St. Michael in Passau: Dennis Jale, Donna Rhodes und die Morris-Family präsentieren „American Christmas Gospels“. „Das sind echte Stimmen aus den Südstaaten“, sagt Carsten Gerhard. Ann Dennis Yale wird sich so mancher EW-Besucher noch mit seiner umjubelten Elvis-Show erinnern. Das Konzert ist den amerikanischen Gründern der Festspiele gewidmet! Maßgeblich beteiligt war der  amerikanischen Kulturoffizier Robert M. Allen.

Es gibt auch ein Wiedersehen  mit den Double Drums unter dem Titel „All you can beat“ am 15. Juli in der Mehrzweckhalle am Schwaimberg in Grafenau. Alexander Glöggler und Philipp Jungk bieten nicht nur dieses Konzert mit klassischen Schlaginstrumenten und Alltagsgegenständen, sondern führen auch mit Jugendlichen zwei Workshop-Tage an Schulen durch. Zum Finale dürfen sie mit den beiden bekannten Perkussionisten auftreten.

EW-Treffpunkt

Neu ist auch die Reihe EW-Treffpunkt, ein Angebot, das sich an alle Bevölkerungskreise richtet. Bei Musik, Kaffee, Kuchen und Kommunikation kann mit den Festspielen ins Gespräch kommen. „Wir wollen damit ganz breit in der Bevölkerung verwurzelt werden“, so Rosemarie Weber, die Vorstandsvorsitzende des Trägervereins der Europäischen Wochen.

EW-Treffpunkte finden außerhalb der Festspielzeit statt, zum Beispiel am 26. März um 16 Uhr. Da stellt Intendant Carsten Gerhard das Programm vor, musikalisch umrahmt mit Musik vom Duo Beham-Goldstein mit Christoph Goldstein (Violine/Viola) und Johannes Beham (Klavier). Vervollständigt wird das Nachmittagscafé wieder mit einem kleinen Flohmarkt.

Die 74. Festspiele finden von Samstag, 20. Juni bis Sonntag, 26. Juli 2026 statt. Karten sind erhältlich ab sofort über www.ew-passau.de, telefonisch in der Kartenzentrale (0851/560 96 26) sowie in allen bekannten Reservix-Vorverkaufsstellen.

Ausnahme: Der Vorverkauf für das Konzert am 26. September mit Sir Simon Rattle und dem Chor und Orchester des Bayerischen Rundfunks kann erst am 1. Juni (ab 8 Uhr) stattfinden. Wegen der Renovierungsarbeiten im Dom, weiß man dann erst, wie viele Plätze zur Verfügung stehen. Das Sonderkonzert ist ein Scharnier zum Jubiläumsjahr 2027, wenn das Festival seinen 75. Geburtstag feiert.

Achtung: Für das Konzert mit Kent Nagano, der das Deutsche Symphonieorchester Berlin am 11. Juli in der Studienkirche dirigiert, gibt es keine Karten mehr. Das Konzert war innerhalb von zwei Tagen ausverkauft.

Der Vorverkauf laufe gut, so der Intendant, „besser als im Vorjahr um diese Zeit“.

Der Festspieletat beträgt wie in den vergangenen Jahren 1,4 Millionen Euro.

Braucht man die Festspiele noch?

Stehen für die politische Idee der Festspiele Europäische Wochen Passau: Intendant Dr. Gerhard Carsten und die Vorstandsvorsitzende des Trägervereins, Rosemarie Weber. © Edith Rabenstein

EW-Vorstandsvorsitzende Rosemarie Weber blickte auf das Jubiläumsjahr voraus und stellte die provokante Frage in den Raum: 75 Jahre Europäische Wochen – braucht man die Festspiele überhaupt noch oder sollte man sie beenden?  Ihre eindeutige Antwort: „Nein“. „Wir sind eine Institution in unsicheren Zeiten und haben eine große Akzeptanz bei der Bevölkerung“.  Mit Carsten Gerhard habe man einen absoluten Europäer und Verfechter der Demokratie an der Spitze.

Europäische Idee im Tetralog und Videoprojekt

Beide betonten den politischen Auftrag, den sich das Festival in seiner konstituierenden Sitzung gegeben habe; er sei heute nötiger denn je.

Dazu bieten die Festspiele zwei Projekte an, die die europäische Idee in den Mittelpunkt stellen. Der Passauer Tetralog (12. Juli, Passau) unter der Leitung von Prof. Dr. Heinrich Oberreuter findet unter dem Titel „Weltunordnung – Europa inmitten?“ statt. Er beleuchtet die Rolle Europas in einer Zeit globaler Umbrüche.

Außerdem gibt es das Video-Projekt „Zusammenfinden“. In kurzen Videobeiträgen kommen Persönlichkeiten aus Politik, Literatur und öffentlichem Leben zu Wort und sprechen über Fragen des gesellschaftlichen Zusammenhalts und Europas Zukunft. Die Beiträge sind während der Festspiele über QR-Codes an verschiedenen Orten sowie online zugänglich. Beiträge kommen u. a. von Alexander Schellenberg, Ilse Aigner und David Germani.

Lesen Sie das weitere Programm unter:

74. Europäische Wochen mit Kent Nagano und Simon Rattle