Freyung als „klingendes Herz Bayerns“

Das Plakat der Landesausstellung. © Haus der Bayerischen Geschichte

Landesausstellung „Musik in Bayern“ ab 25. April

 

Im Mittelpunkt der Jahrespressekonferenz des Hauses der Bayerischen Geschichte in Regensburg stand die kommende Landesausstellung, die unter dem Titel „Musik in Bayern“ vom 25. April bis 8. November 2026 im TonYversum in Freyung stattfindet. Jüngst wurde Freyung vom Deutschen Musikrat als „Landmusikort für herausragende Musikkultur im ländlichen Raum“ ausgezeichnet.

Die Jahrespressekonferenz des Hauses der Bayerischen Geschichte mit (v.l.n.r.) Thomas Graf (Gitarre), Hartwig Löfflmann (Tuba), Roland Pongratz (Harmonika), Marc Spohr M.A. (Projektleitung Bayernausstellung), Dr. Richard Loibl (Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte), Dr. Peter Wolf (Projektleitung Bayerische Landesausstellung) und Dr. Olaf Heinrich, Bezirkstagspräsident und Erster Bürgermeister der Stadt Freyung. In Freyung findet ab 25. April die Bayerische Landesausstellung „Musik in Bayern“ statt. © Haus der Bayerischen Geschichte/Foto www.altrofoto.de

„Heimat und Regionalität haben einen hohen Stellenwert bei den Menschen“, sagte Dr. Richard Loibl, Chef des Hauses der Bayerischen Geschichte (HdBG) in Augsburg und des Museums der Bayerischen Geschichte in Regensburg. Das HdBG ist der Ausrichter der Ausstellung, die in enger Kooperation mit der Stadt Freyung läuft. Es ist ein großes nachhaltiges Projekt, betonte Loibl.

TonYversum ist Schauplatz

Projektleiter ist der Historiker Dr. Peter Wolf, der die „exzeptionelle Zusammenarbeit“ mit der Stadt lobte, und das Konzept der Schau erläuterte. „Es wird eine Ausstellung für Auge und Ohr, die mehr als die Summe ihrer Teile ist und Region, Mensch und Natur miteinbeziehe.

Schauplatz der Landesausstellung ist das TonYversum, das denkmalgeschützte Pröbstlhaus im Stadtzentrum von Freyung. Die Ausstellung beginnt jedoch im benachbarten Cineplex, so Wolf. Vom Kino hinüber ins Ausstellungsgebäude geht es über eine Klangbrücke und mitten hinein ins „Bayerische Spektakel“. Eine multimediale Bühnenshow samt eigens für die Ausstellung komponierter Musik präsentiert den theatralischen Festzug musizierender Menschen. Bayerns Musik quer durch alle Zeiten und Genres: Von Gregorianischen Chorälen aus Klöstern und Domkirchen über die Musik des Bürgertums der Reichsstädte bis hin zu höfischen Opern. Vom großen Sängerfest in Nürnberg über die Bayreuther Festspiele bis hin zu den Wirtshausbühnen in München, auf denen um 1900 Volkssängerinnen und Volkssänger für Furore sorgten. Ein Blick in die dunkle Zeit: Besonderes Augenmerk gilt jenen Musikerinnen und Musikern, die in der NS-Zeit verfolgt und zum Verstummen gebracht wurden. In der Nachkriegszeit bringen GIs Jazz und Swing über den großen Teich, Rock und Pop erobern Radio, TV und die großen Bühnen. Und wie wird der Ton transportiert? Das Grammophon bringt ihn erstmals ins Wohnzimmer, Radio, Fernsehen, Jukebox tun ihr Übriges – bis zu den Trends der Streamingformate von heute.

Schau als begehbare Partitur

„Unser Vorteil ist: Das Thema reicht in die Gegenwart, geht jeden etwas an“, sagte Wolf. Und: „Musikgeschichte ist nicht abgekoppelt von allgemeiner Geschichte.“ Er betont: „Die Ausstellung ist durchkomponiert, eine begehbare Partitur.“ Ein Aspekt wird auch die Rolle der bayerischen Musik in der Weltgeschichte sein, ein anderer Klänge in Bayern – vom Wolfauslassen bis zum Klang einer Glocke. Die letzte Abteilung „Musik und Ich“ bietet eine Tonreise von der Kinderrassel bis zum Totenlied.

Die erste Klarinette der Welt

Als besondere Ausstellungsstücke nannte Peter Wolf u. a. die erste Klarinette der Welt, die in Augsburg erfunden worden war, ein noch nie ausgestelltes Ölgemälde von Max Littmann, das das Münchner Prinzregententheater zeigt, sowie eine silberne Kinderrassel aus Augsburg.

199 Konzerte an 199 Ausstellungstagen

Der Bürgermeister von Freyung und Bezirkstagspräsident, Dr. Olaf Heinrich, saß ebenfalls auf dem Podium und nannte als Ziel: „Freyung soll das klingende Herz Bayerns werden“. Als Besonderheit nannte er, dass es an den 199 Ausstellungstagen 199 Konzerte geben wird mit einer „Bandbreite von sakraler und weltlicher Musik“. Volksmusik, Klassik, Jazz, Pop, Schlager – alle Genres werden bedient in Stadt und Region. Große Klangkörper treffen auf regionale Ensembles, Volksmusik auf Jazz, Klassik auf Pop, Sakrales auf Weltliches.

Hier ist eine Auswahl der Ensembles, die dabei sein werden: BR-Chor, Münchner Rundfunkorchester, Odeon Jugendsinfonieorchester, Regensburger Domspatzen, Nostalphoniker, Max Greger jr. Trio, Tilia Trio (CZ), Sinfonisches Blasorchester des MON, The Veterinary Street Jazz Band, Django3000, The Hot Shakers, Die Shtetlemusikanten, Oper weiß blau, Free Vocals, Spatzen-Quartett Regensburg und der Bairisch-Diatonischer Jodelwahnsinn.

Schon zuvor hatte Loibl das Projekt als ehrgeizig und einmalig bezeichnet: „Das hat es noch nie bei einer Landesausstellung gegeben.“ Roland Pongratz, der musikalische Leiter der Volksmusikakademie Freyung erarbeitet das Konzept dafür.

Olaf Heinrich betont Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist den Veranstaltern sehr wichtig. So sagte Olaf Heinrich, dass in den Ausstellungsräumen 2027 ein Science-Center eröffnet wird. „Eine Ausstellung kann mit Stadtentwicklung verbunden sein.“

„Science Center“ vermitteln komplizierte Themen anschaulich und erlebbar. Sie wecken Begeisterung für die Wissenschaft und ihre Erkenntnisse, sind gleichzeitig selbst ein „kleines Labor“ und zeigen so nicht nur durch die Exponate, sondern vor allem auch durch das Mitmachen wie Wissenschaft funktioniert.

Das „Science Center“ in Freyung soll sich im Kern mit den Bereichen „Klang –Schall–Hören –Musik“ auseinandersetzen und für unterschiedliche Altersstufen niederschwellige Wissen(schaft)svermittlung etablieren.

Die Ausstellung wird geöffnet sein Montag bis Fr. 9 bis 17 Uhr und Sa., So. und Feiertage 9 bis 18 Uhr.

Es gibt Programme für Schüler, u. a. die Aktion „Schüler führen Schüler“.

Die Niedernburg-Schulen aus Passau sind dabei.

Lesen Sie, was ich darüber in der Passauer Neuen Presse berichtet habe: