29. Young Classic Europe in Passau

Mit der Niederbayerischen Philharmonie unter Danyil Ilkiv wird Young Classic Europe eröffnet. © Landestheater Niederbayern/Peter Litvai

Leiter Ivan Bakalow: Wir spielen die Zukunft

 

Zum 29. Mal findet heuer das Young Classic Europe in Passau (früher Europäisches Jugendmusikfestival) von 9. Oktober bis 29. November in Passau statt. Man kann feststellen: Der musikalische Kosmos von Gründer und Leiter Ivan Bakalow wird stets größer. Heuer präsentiert er hochtalentierte Künstler aus zehn Ländern: Bulgarien, China, Deutschland, Italien, Kolumbien, Norwegen, Österreich, Schweden, der Ukraine und Ungarn. „Wir spielen die Zukunft“ schreibt er im Vorwort des Programms.

Eröffnungskonzert

Traditionell eröffnet die Niederbayerische Philharmonie die Reihe. Am 9. Oktober (Großer Rathaussaal, 19 Uhr) dirigiert erstmals der neue Erste Kapellmeister über  das Eröffnungskonzert. Der gebürtige Ukrainer aus Kiew war zuletzt seit 2924 Korrepetitor mit Dirigierverpflichtung am Volkstheater Rostock  und kam in dieser Saison als Erster Kapellmeister an das Landestheater Niederbayern.

Laura Handler spielt das Violinkonzert in D-Dur von J_ohannes Brahms. © Simografie

Solistin ist die Geigerin Laura Handler, geboren 1998 in München, die ihre Ausbildung in München, und am Mozarteum Salzburg erhielt. Zurzeit ist sie an der Universität der Künste Berlin eingeschrieben.  Sie gewann bereits mehrere internationale Wettbewerbe und ist  ist u. a. Stipendiatin der Sinfonima-Stiftung, die ihr eine Geige von Giuseppe Odoardi aus dem Jahr 1780 zur Verfügung stellt.

Das Programm:

Alfred Schnittke (1934-1998): Pastorale und Ballett aus „Suite im alten Stil“
Johannes Brahms (1833-1897): Violinkonzert D-Dur
Ludwig van Beethoven (1770-1827): Symphonie Nr. 6 „Pastorale“

Lesen Sie dazu das Porträt über Danyil Ilkiv:

Erster Kapellmeister für das Landestheater Niederbayern

 

Neue Namen – Klavierkonzert

Am 17. Oktober wird mit  der Reihe „Neue Namen – Klavierabend“ das Festival fortgesetzt (Heilig-Geist-Kirche, 19 Uhr). Heuer werden die beiden jungen Pianisten  Laura Xu und Freddy Wu vorgestellt.

Laura Xu, geboren 2016 in Shanghai, wurde – nach ersten Wettbewerbserfolgen in ihrer Heimat – bereits mit sechs Jahren in die Hochbegabungsförderung der Universität Mozarteum Salzburg (Klasse Andreas Weber) aufgenommen. Seither reiht sie internationale Spitzenplatzierungen bei Wettbewerben aneinander.

Freddy Wu, 2014 geboren in Wien, im Alter von begann im Alter von vier  Jahren mit dem Klavierunterricht. Bereits mit zehn Jahren kam er an die Universität Mozarteum Salzburg, wo er ebenfalls  in der Hochbegabtenförderung der Klasse von Prof. Andreas Weber ausgebildet wird.

Das Programm:

S. Bach (1685-1750): Sinfonia a-Moll BWV 799
J. S. Bach: Präludium und Fuge As-Dur BWV 862
L. v. Beethoven (1770-1827): Sonate f-Moll op. 2 Nr. 1
W. A. Mozart (1756-1791): Sonate F-Dur KV 280
F. Chopin (1810-1849): Walzer Es-Dur op. 18
F. Chopin: Walzer F-Dur op. 34. No. 3
F. Chopin: Etüde op. 10 Nr. 12
F. Chopin: Etüde op. 25 Nr. 12
F. Chopin: Impromptu As-Dur op. 29
M. Moszkowski (1854-1925): Etude F-Dur op. 72 No. 6
Glinka/M. Balakirev (1837-1910): Die Lerche
M. Moszkowski: Etude As-Dur op. 72 No. 11
M. Moszkowski: Caprice espagnol op. 37Die drei K

 

Opern- und Liederabend

Einen Opern- und Liederabend bietet das Festival am 24. Oktober (19 Uhr, Heilig-Geist-Kirche). Die italienische Sopranistin Alessia Camarin, 2002 geboren bei Venedig,  und der 32-jährige Tenor Vasyl Solodkyy aus der Ukraine singen Glanzlichter der Oper. Am Klavier begleitet werden sie von dem südkoreanischen Künstler Chaeyoon Na. Die  drei internationalen Künstlern haben bereits umfangreiche Bühnenerfahrung sammeln können. In Passau singen sie Arien und Duette.

Das Programm:

A. Boito (1842-1918): L’altra notte in fondo al mare – „Mefistofele“

G. Verdi (1813-1901): Tutto parea sorridere – „Il Corsaro“; Tutto ho perduto – „Oberto Conte di San Bonifacio“

G. Bizet (1838-1875): La Fleur que tu m‘avais jetée – „Carmen“

G. Puccini (1858-1924): Mario – „Tosca“G. Puccini: E lucevan le stelle – „Tosca“

J. Massenet (1842-1912): Il est doux, il est bon – „Hérodiade“

G. Puccini: O soave Fanciulla – „La Bohème“

E. De Curtis (1875-1937): Tu cha nun chiagne – Neapolitan song

I. Tschaikowsky (1840-1893):Tatiana’s Letter scene – „Eugen Onegin“

G. Verdi: Quando le sere al placido – „Luisa Miller“; Parigi o cara – „La Traviata“

 

Preisträgerkonzert

 

Auch dies ist ein jährlich wiederkehrender Programmpunkt des Festivals: Young Classic Europe bietet mit dem traditionellen Preisträgerkonzert eine Bühne für die herausragenden Talente von „Jugend musiziert“ und „Prima la musica“. Das Konzert findet am 31. Oktober statt (19 Uhr, EW-Saal) In diesem Jahr stellen sie sich mit einem Programm aus Bläser- und Ensembleleistungen aus dem Passauer und oberösterreichischen Raum vor.

Das sind die jungen Talente:

 Julia Burkali (Oboe), 2011 in Salzburg geboren. Die Schülerin des Mozart-Musikgymnasiums Salzburg ist erste Preisträgerin zahlreicher internationaler Wettbewerbe; 2026 wurde sie als Solo-Oboistin der European Youth Orchestra Academy in Mannheim ausgewählt.

 

Leonard Burkali (Fagott), 2008 in Salzburg geboren,  ist ihr Bruder. Er studiert mittlerweile  im Konzertfach-Bachelorstudium an der Anton-Bruckner-Privatuniversität Linz bei Prof. Philipp Tutzer. Der mehrfacher Erstpreisträger internationaler Wettbewerbe ist auch als Komponist tätig.

 

Luca Eckert (Posaune), 2013 in Passau geboren, besucht den musischen Zweig des Auersperg-Gymnasiums Freudenhain, mit dessen Schulorchester er 2025 im Rahmen der Reihe „Klasse Klassik“ gemeinsam mit dem Münchner Rundfunkorchester in der Isarphilharmonie konzertierte.  Er ist erster Landessieger bei Prima la musica sowie zweiter Bundespreisträger (Wien 2025) und erzielte zudem einen zweiten Preis beim Landeswettbewerb von Jugend musiziert.

 

Linus Bernauer (Euphonium), 2012 in Schärding geboren, spielt neben seinem Hauptinstrument auch Tenorhorn und Schlagzeug. Er spielt  im Schulorchester der Musikmittelschule Schärding sowie als festes Mitglied der Stadtkapelle Schärding.

 

Lilly Neugschandtner (Gitarre), geboren in St. Aegidi, begann im Alter von sechs Jahren mit dem Gitarrenunterricht bei Yvonne Zehner an der Landesmusikschule Engelhartszell. Im Jahr 2024 erspielte sie sich einen ersten Preis beim Wettbewerb Prima la musica. Erste Konzerterfahrungen sammelte das junge Talent bereits bei regionalen Auftritten in Wels sowie in Passau im Rahmen der Passauer Saiten.

 

Blockflötenquartett „Prisma“
Das Blockflötenquartett „Prisma“ mit Isabella Barth, Leonie Kapfhammer, Rosmarie Klinkner und Antonia Lemmerich wurde im Herbst 2025 von Inge Reinelt an der Städtischen Musikschule Passau gegründet. Bereits im ersten Jahr seines Bestehens feierte das Ensemble herausragende Erfolge: Nach einem ersten Preis beim Regionalwettbewerb Jugend musiziert in Passau überzeugten die jungen Musikerinnen auch beim Landeswettbewerb 2026 in Bamberg. Die Fachjury zeichnete das Quartett erneut mit einem ersten Preis aus und lobte dabei insbesondere das präzise Zusammenspiel, die einheitliche Artikulation sowie die feinen Klangfarben des Ensembles.

 

Das Programm:

Lilly Neugschandtner, Gitarre
Santiago de Murcia (1673-1739): Mariazápalos
Johann Kaspar Mertz (1806-1856): 4 Stücke
Jaime Mirtenbaum Zenamon (*1953): Herbst

Blockflöten Quartett „Prisma“
Paul Peuerl (1570-1625): Aus Suite Nr. IV (Nürnberg 1611)
Henry Purcell (1659-1695): Aus Abdelazer Suite – Air
Stephen Watkins (*1954): Aus Circus Suite (2023) – Clowns March

Leonard Burkali, Fagott
C. Saint-Saens (1835-1921): Sonate für Fagott und Klavier, 1.Satz
C. M. Weber(1786-1826): Konzert für Fagott, 2.Satz, Adagio
J. N. Hummel (1778-1837): Konzert für Fagott, 1.Satz, Allegro moderato

Linus Bernauer, Euphonium
Benedetto Marcello (1686-1739): Sonata Nr. 6  G-Dur, 1. Satz Andante und 2. Satz Allegro
Antoin Capuzzi (1755-1818): Rondo
Philip Sparke (1951): Song for Ina

Luca Eckert, Posaune
Carl Maria von Weber (1786-1826): Romanze für Posaune und Klavier
Siegmund Andraschek (1975): Tango für Posaune und Klavier

Julia Burkali, Oboe
J. Haydn (1732-1809): Oboenkonzert, 1.Satz Allegro spiritoso
N. Rimski-Korsakow (1844-1908): Variationen über ein Thema von Glinka

 

Meisterkurs und Konzert

Beliebter Bestandteil des Festivals sind Meisterkurse für die Jugend. In diesem Jahr ist das Klavier thema. Prof. Andreas Weber von der Universität Mozarteum Salzburg hält den Kurs von 6. bis 8. November in Schloss Freudenhain. AWm 8. November findet dort das Konzert der Kursteilnehmer statt (18 Uhr). As Programm wird vor dem Konzertr bekanntgegeben.

 

„Enoch Arden“

Eine Rarität bringt der Abend „Enoch Arden“ am 14. November (19 Uhr, Heilig-Geist-Kirche). Das Melodram von Richard Strauss für Sprecher und Klavier nach der Ballade von Alfred Lord Tennyson  mit Viktoria Vassilenko (Klavier) und Philipp Jouaux (Sprecher).

Victoria Vassilenko, 1992 in Burgas in Bulgarien geboren, studierte an der Nationalen Musikhochschule in Sofia, in Madrid, am Comer See, sowie in London und Brüssel. Als Solistin und Kammermusikerin konzertierte sie bei internationalen Festivals. Derzeit unterrichtet Vassilenko an der Nationalen Musikakademie „Prof. Pantcho Vladigerov“ in Sofia.

Philipp Jouaux

Schauspieler Philipp Jouaux liest das Melodram „Enoch Arden“. © YCE

Philipp Jouaux, 2002 in München geboren, studiert seit 2024 an der Athanor Akademie für darstellende Kunst in Passau. Während seines Studiums beteiligte er sich an zahlreichen Produktionen am Akademietheater und am Stadttheater Passau und gastierte darüber hinaus international, unter anderem beim Theaterfestival in Sibiu (Rumänien).

 

Das Programm:

R. Schumann (1810-1856): Scherzo und Romance aus 4 Klavierstücke, op. 32
Begrüßung: Ivan Bakalow
Kurze Erläuterung: Philipp Jouaux
Richard Strauss (1864-1949):
Melodram „Enoch Arden“ für Leser und Klavier,  nach der Ballade von Alfred Lord Tennyson

 

Kammerkonzert

Am 21. November musiziert das Opus 13 Streichquartett mit Kammermusik (19 Uhr, Heilig-Geist-Kirche).

Das schwedisch-norwegische Streichquartett Opus 13 Streichquartett wurde 2014 in Oslo gegründet. Es hat sich nach dem Streichquartett a-Moll op. 13 von Felix Mendelssohn Bartholdy benannt – dem ersten Musikstück, das die vier Mitglieder gemeinsam spielten. Die Musiker, das sind die Geiger Sonoko Miriam Welde und Edvard Erdal (beide aus Norwegen) sowie der Bratschist Albin Uusijärvi und der Cellist Daniel Thorell (beide aus Schweden).

Das Klangbild des Ensembles prägen historische Instrumente, z. B. von Stradivari (1736), Guadagnini (1751) und Gagliano (1772) sowie eine moderne Viola von Christophe Landon –, die den Musikern als großzügige Stiftungsleihgaben zur Verfügung gestellt werden.

 

Das Programm:

Joseph Haydn (1732-1809): Quartett G-Dur, Op. 77 Nr.
Edvard Grieg (1843-1907): Quartett Nr. 2 F-Dur „Unfinished“
Franz Schubert (1797-1828): Quartett Nr. 14, d-Moll „Der Tod und das Mädchen“

 

Abschlusskonzert

 

Ebenso wie das Eröffnungskonzert hat das Abschlusskonzert (29. November, 18 Uhr, Großer Rathaussaal) eine Tradition. Seit 2010 gestaltet das Symphonieorchester des Mozart-Musikgymnasiums Salzburg (MOMU) unter der Leitung von Markus Obereder gestaltet die Abschlusskonzerte des Festivals Young Classic Europe.

Es bietet den Schülerinnen und Schülern regelmäßig die Möglichkeit, auf großen Bühnen aufzutreten.

Solistin ist heuer die Violinistin Alma Serafin Kraggerud, geboren 2006 in Jar bei Oslo. Im Alter von fünf Jahren erhielt sie ihren ersten Violinunterricht; mit neun Jahren debütierte sie als Solistin im Norwegischen Rundfunk. Sie konzertiert mit internationalen Klangkörpern und komponiert auch.

Alma Serafin Kraggerud belegte 2022 den 3. Platz beim „Eurovision Young Musician“-Wettbewerb, was sie ebenfalls international bekannt machte.

Das Programm: 

J. Haydn (1732-1809): Ouvertüre zur Oper „Armida“
F. Mendelssohn Bartholdy (1809-1847): Violinkonzert e-Moll
A. Dvořák (1841-1904): Symphonie Nr. 8 G-Dur

Lesen Sie das Porträt über Markus Obereder, den Dirigenten des Abschlusskonzert, das im Feuilleton der Passauer Neuen Presse erschienen ist.