Auszeichnung für ihren Roman „Die Lücken“
Der Deutsche Buchpreis 2026 wurde zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse im Frankfurter Römer an Shida Bazyar für ihren Roman „Die Lücken“ (Kiepenheuer & Witsch) verliehen. Dies gab das Börsenblatt des Deutschen Buchhandels gerade auf seiner Homepage bekannt. Der Buchpreis ist dotiert: Shida Bazyar erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro.
Der Verlag Kiepenheuer & Witsch veröffentlichte folgende Kurzbiografie auf seiner Verlagsseite:
Shida Bazyar, geboren 1988 in Hermeskeil, studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim und war viele Jahre in der Jugendbildungsarbeit tätig. Ihr Debütroman „Nachts ist es leise in Teheran“ (2016) wurde mehrfach übersetzt und ausgezeichnet, u.a. mit dem Ulla-Hahn-Autorenpreis, dem Uwe-Johnson-Förderpreis und der Nominierung zum International Booker Prize. „Drei Kameradinnen“ folgte 2021 und stand auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis. 2023 wurde ihre Arbeit mit dem Ernst-Toller-Preis geehrt.
Jurybegründung
Die Jury für den Deutschen Buchpreis begründet die Auszeichnung: „Heimisch in Heimesbach – kann man das sein? Der Roman ,Die Lücken‘ von Shida Bazyar reflektiert anhand einzelner Figurenschicksale fast 100 Jahre ambivalenten deutschen Lebens. Es waren Nachbarn, die zusahen, wie jüdische Menschen aus den Straßen verschwanden. Es sind Nachbarn, die Entscheidungen treffen, ob Menschen mit Migrationsgeschichte sich zu Hause fühlen. Die Autorin wählt überzeugende literarische Strategien: Der Blick einer toten Erzählerin und die kaleidoskopische Struktur des Textes ermöglichen es, zwischen den Zeiten zu springen sowie Nähe und Distanz zu erzeugen. Auch die enge Verbindung von fiktiven und dokumentarischen Elementen, von erfundenen und historischen Figuren, die selbst eine Stimme bekommen, erzeugen den starken Nachhall des Textes. Ein Roman gegen Gleichgültigkeit.“
Der Jury gehören an: Jurysprecherin Cornelia Geißler (Berliner Zeitung), Theresa Donner (Buchhandlung heiter bis wolkig, Halle an der Saale), Jan Ehlert (NDR), Maha El Hissy (Literaturwissenschaftlerin), Emily Grunert (Literaturbüro NRW), Stefanie Kreuzer (Universität Kassel), Adam Soboczynski (DIE ZEIT).
Mit dem Deutschen Buchpreis 2026 zeichnet die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels den deutschsprachigen Roman des Jahres aus. Hauptförderer des Deutschen Buchpreises ist die Deutsche Bank Stiftung, weitere Partner sind die Frankfurter Buchmesse und die Stadt Frankfurt am Main.
Weitere Nominierte
Ebenfalls nominiert waren Franziska Gänsler: Orca (Kein & Aber), Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle (S. Fischer), Elias Hirschl: Schleifen (Paul Zsolnay), Peggy Mädler: Selbstregulierung des Herzens (Galiani Berlin), Dana Vowinckel: Anton und Alma (Suhrkamp). Dier Finalisten erhalten jeweils 2.500 Euro.