Die Saison 2026/27 am Landestheater Niederbayern
Das Landestheater Niederbayern hat sich für die Spielzeit 2026/27 neu erfunden: Unter der designierten Leitung der neuen Intendantin Astrid Großgasteiner und der neuen Musikdirektorin Elisa Gogou hat auf der Zweckverbandssitzung das neue Logo, den Spielplan und allerhand anderes Neues vorgestellt. Schwerpunkt in der Sitzung war die neue Saison mit einem ehrgeizigen und interessanten Spielplan.
Es wird künftig vier Sparten geben. Schauspiel, Musiktheater, Konzert wird mit „Junges Theater“ ergänzt. In allen Sparten werden neue, spannend klingende Formate angeboten. Stets besonders aufregend: Uraufführungen gibt es im Schauspiel und im Musiktheater. Besonders erfreulich für die Nibelungenstadt Passau: Es wird nach langer Zeit wieder ein aktuell verfasstes Nibelungenstück geben, das seine Premiere im vergangenen Jahr bei den Nibelungenfestspielen in Worms hatte.
Neu ist, dass die in Passau, Landshut und Straubing beliebte Operette als Format nicht mehr im Spielplan steht, dafür gibt es eine Opéra comique. Es gibt sprachliche Mischfassungen in zwei Opernproduktionen (Französisch/Deutsch und Italienisch/Deutsch). Neu ist auch, dass es keine Theaterproduktion am Jahresende gibt, sondern eine Silvestergala.
Die Burgenfestspiele werden fortgeführt, ebenso die Kooperationen mit den Festspielen Europäische Wochen Passau und Young Classic Europe. Neu ist eine Kooperation mit der Dommusik.
Das Musiktheater erhält eine Assistentin: Svenja Gottmann, die zurzeit am Theater in Köln ist. Die ausgeschriebene Stelle des 1. Kapellmeisters ist noch nicht besetzt. Der Name wird Ende Juni bekanntgegeben.
Veränderungen gibt es bei den Ensembles des Schauspiels und Musiktheaters. Zwei Stellen für Theaterpädagogen wurden geschaffen.
Das Theater hat sich eine Abkürzung zugelegt: ltn. (steht für Landestheater Niederbayern), ein neues Logo und Layout des Spielplanheftes liegt vor. Die Buntheit gefällt und spricht für Freude und Diversität. Nicht alles ist auf den ersten Blick gelungen, wie u. a. das Durcheinander der Typografie oder seltsame Trennungen, auf den Kopf gestellte Bius oder fehlende Seitenzahlen.
Das sind die Schauspielproduktionen:
„Ein Sommernachtstraum“ von William Shakespeare (Regie: Intendantin Astrid Großgasteiger)
„Nipple Jesus“ von Nicck Hornby (Regie: Vincent Busche)
„Stolz und Vorurteil *( *oder so) von Isabel McArthur nach Jane Austen (Regie: Fabiola Kuonen)
Uraufführung: „Amerika!“, Kaleidoskop nach Franz Kafka, gestalet von Dana Dessau und Johannes Ender (Regie: Johannes Ender)
„Home I’m darling“ von Laura Wade (Regie: noch nicht genannt)
„The curious history of sex“ von Antonia Leitgeb-Busche nach Kate Linster (Regie: Intendantin Astrid Großgasteiger)
„Der Raub der Sabinerinnen“ von Franz und Paul von Schönthan (Regie: Michael Moritz)
„Pionier in Ingolstadt“ von Marieluise Fleißer (Regie: Susi Weber)
„See aus Asche – Das Lied der Nibelungen“ von Roland Schimmelpfennig (Regie: Philip Neumann)
Sowie unter der Rubrik Schauspiel extra „Ghostlight“
Bier – ein Getränk
„Der Untergang der Stadt Passau“ von Carl Amery – Lesung in zwei Teilen
Puppen – und Figurentheater nach Kinderbüchern von Marlene Reidel
Stolpersteine erzählen Geschichte – Touren in Landshut, Passau und Straubing
Das sind die Musiktheaterproduktionen:
„Fantasio“, Opéra comique von Jacques Offenbach (Dirigat: GMD Elisa Gogou, Regie: Christian von Götz)
„Le nozze di Figaro“ von Wolfgang Amadeus Mozart (Dirigat: 1. Kapellmeister, Regie: Thomas Mika)
„Falstaff“ von Giuseppe Verdi (Dirigat: MD Elisa Gogou, Regie: Alicia Geugelin)
Uraufführung: „The yellow wallpaper“ von Susn Oswell (Dirigat: GMD Elisa Gogou, Regie: Kay Link)
„Catch me if you can“ von Scott Wittmann und Marc Shaimann (Dirigat: William Ward Murta, Regie: Ben Baur)
„Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber, Dirigat: 1. Kapellmeister; Regie: Intendantin Astrid Großgasteiger
Das ist das Konzertprogramm der Niederbayerischen Philharmonie
Young Classic (1. Sinfoniekonzert) mit Musik von Alfred Schnittke, Johannes Brahms und Ludwig van Beethoven
Love comedy (2. Sinfoniekonzert) mit Musik von Arnold Bax, Frédéric Chopin und Felix Mendelssohn Bartholdy
Ad finitum (3. Sinfoniekonzert) mit Musik von Franz Schubert, Gunnar de Frumerie, Valentin Silvestrov
Unsterblich (4. Sinfoniekonzert) mit Musik von Johann Sebastian Bach, Dmitri Schostalowitsch, Ludwig van Beethoven
Dance with the stars (5. Sinfoniekonzert) noch ohne Programm
Abrakadabra (Familien- und Schulkonzert) mit Musik von Rossini/Respighi und Patrick Dole/John Williams
Alle Jahre wieder — weihnachtliches Konzert
Schönes Neues! Silvester- und Neujahrsgala noch ohne Programm
Konzert für Orgel und Streichorchester mit Musik von Franz Schubert, Johann Sebastian Bach, Ottorino Respighi und Leós Janacek
Domkonzert mit Musik von Puccini
Außerdem: Kammerkonzert-Reihe „Musikalischer Abend“
„Auf der Titanic“ II (1. Kammerkonzert)
Nordlichter (2. Kammerkonzert)
She composed (3. Kammerkonzert)
Serenade Nachtmusik (4. Kammerkonzert)
Das ist das Programm der Sparte Junges Theater
„Astronauten“ von Milan Gather (Regie: Lara Roth)
„Petersson und Findus und der Hahn im Korb“ von Niclas Rahmdor und Holger Potocki (Dirigat: Kyung A Jung, Regie: Vivien Hohnholz)
„Pinocchio“ von Astrid Großgasteiger nach Carlo Collodi (Regie: Cora Hannen)
„Lost and found – ein Herz und andere Dinge) von Rike Reiniger (Regie: Intendantin Astrid Großgasteiger)
„Der gestiefelte Kater“ von Charles Perrault nach den Brüdern Grimm (Regie steht noch nicht fest)
„Allez Lez Musketierz!“ von Christoph Busche (Regie: Intendantin Astrid Großgasteiger)
Statements bei der Zweckverbandssitzung
Zweckverbandsvorsitzender und Bezirkstagsvizepräsidenten Dr. Thomas Pröckl: „Heute ist Weltglückstag und wir präsentieren einen Neuanfang für das Landestheater Niederbayern. Was gibt es Schöneres?“
Die designierte Intendantin Astrid Großgasteiger, die das Programm im Team mit Dramaturgin Dana Dessau vorstellte: „Ich habe ein Umfrage unter den Mitarbeitern gemacht: Für was steht das Theater? In unserem Logo wird sich das widerspiegeln. Der Doppelpunkt steht für Sprache und Aussage, das Rot für die Tradition des Landestheaters, etwas Geschwungenes für Bewegung und das Thema Flüsse. Wir wollen die Zielgruppen breiter aufstellen und die Traditionen mitnehmen. Ich bin angemessen aufgeregt. Heute ist ein magischer Moment.“
Die designierte Generalmusikdirektorin Elisa Gogou, die das Opern- und Konzertprogramm mit ihrer Assistentin Svenja Gottsmann und der Musikdramaturgin Swantje Schmidt-Bundschuh vorstellte: „Ich habe im Ensemble nach Fächern, Wünschen und Vorschlägen gefragt. Wir haben Stücke ausgesucht, die zur Besetzung des Orchesters passen und den Musikern auch neue und verschiedene Impulse geben. Die Musiker und das Publikum können fünf Dirigenten erleben.“
Der Geschäftsführer Konrad Krukowski ist für den Haushalt zuständig: „Der Haushaltsplan des Landestheaters Niederbayern für das Haushaltsjahr 2026 umfasst Einnahmen und Ausgaben des Verwaltungshaushalts in Höhe von 17.208.312 Euro sowie Einnahmen und Ausgaben des Vermögenshaushalts in Höhe von 871.808 Euro. In den Beträgen sind die Betriebskosten der Städte Landshut, Passau und Straubing bereits enthalten. Der durch sonstige Einnahmen nicht gedeckte Bedarf beträgt 9.238.142 Euro und wird gemäß der Zweckverbandssatzung auf die Mitglieder umgelegt (Zweckverbandsumlagen). Die Umlage beträgt für die Städte Landshut und Passau jeweils 2.863.800,00 Euro, für den Bezirk Niederbayern 2.956.277 Euro sowie für die Stadt Straubing 554.265 Euro. Der Staatszuschuss betrug für das Jahr 2025 3.350.000 Euro; für 2026 werden 3.500.000 Euro vom Theater beantragt.

Die Sitzung umrahmten mit künstlerischen Beiträgen Katharina Elisabeth Kram, Reinhard Peer, Emily Fultz, Kjung A Jung, Margret Schlootz und Sonja Maderer.