Auszeichnung für junge Autoren

Bernhard Heckler wird für seinen Roman „Die beste Idee der Welt“v über ein Münchner Milieu ausgezeichnet. © Hagen Schäfer

Bayern vergibt Förderpreise

„Neue Köpfe, starke Geschichten: Die diesjährigen Kunstförderpreisträgerinnen und -preisträger der Sparte ‚Literatur‘ machen sichtbar, wie lebendig und ideenreich die junge Literaturszene in Bayern ist“, hat  Kunstminister Markus Blume in München bei der Vergabe der Preise an die junge Literaturszene zusammengefasst.

Die vier Kunstförderpreise in der Sparte „Literatur“ gehen 2026 an Anja Gmeinwieser aus Pommelsbrunn im Nürnberger Land, Bernhard Heckler aus München, Sophia Klink aus München und Sophia Merwald aus München, wie Blume bekanntgab. „Ob Road Novel über eine Fahrt ins Ungewisse, Münchner Schelmenroman voller Witz und scharfer Beobachtung, kluge Naturbeobachtung zwischen Wissenschaft und Poesie oder literarische Utopie mit Blick auf neue Formen des Zusammenlebens: Die ausgezeichneten Autorinnen und Autoren eröffnen ungewohnte Perspektiven und bereichern unsere Literaturlandschaft mit ganz eigenen Handschriften. Mit den Kunstförderpreisen stärken wir außergewöhnliche Talente und investieren in die literarischen Stimmen von morgen“, heißt es in der Presseerklärung.

Bayerische Akademie des Schreibens

Alle vier Preisträger sind Absolventen der Bayerischen Akademie des Schreibens am Literaturhaus München. Die Akademie gilt  als Erfolgsmodell und als Sprungbrett für starke literarische Stimmen.

Die Verleihung der Bayerischen Kunstförderpreise 2026 findet am 12. November 2026 im Vorfeld des Bayerischen Kunstpreises im Bergson Kunstkraftwerk in München statt.

Seit 1965 verleiht der Freistaat jedes Jahr Kunstförderpreise in den vier Sparten „Musik“, „Bildende Kunst“, „Darstellende Kunst und Tanz“ sowie „Literatur“. Die Preisträgerinnen und Preisträger, die am Beginn ihres Schaffens stehen, zeichnen sich durch eine außergewöhnliche künstlerische Begabung aus und können hervorragende Leistungen vorweisen. Die Preisträgerinnen und Preisträger 2026 in der Sparte „Literatur“:

Anja Gmeinwieser („Wir Königinnen“, Prosa): In ihrem ihrem Debütroman „Wir Königinnen“ (Berlin Verlag 2026) erzählt Anja Gmeinwieser von einer Frau, die ihrem erschöpfenden Alltag entflieht und sich einer Lkw-Fahrerin auf dem Weg in die Türkei anschließt. Daraus entwickelt sie eine eindringliche Road Novel von, großer Körperlichkeit und sprachlicher Kraft. In klarer, poetischer Sprache verhandelt sie Fragen nach Verständigung, Solidarität und den sozialenHerausforderungen der Gegenwart – von Klimawandel bis hin zu prekärer Arbeit.

Bernhard Heckler („Die beste Idee der Welt“, Prosa): Mit „Die beste Idee der Welt“ (Antje Kunstmann Verlag 2025) gelingt Bernhard Heckler ein ebenso vergnüglicher wie präziser Roman über ein Münchner Milieu, das es so nur hier geben kann. Mit feinem Gespür für den Sound der Stadt verbindet er Slapstick und Melancholie, Eulenspiegelei und Gegenwartsdiagnose zu einer temporeichen Heldenreise. Entstanden ist ein Roman voller Komik, kluger Beobachtungen und unverwechselbarer Sprache.

Sophia Klink („Kurilensee“, Prosa und „Ich lösche die Kirschen aus meinen Genen“, Lyrik): In ihrem Gedichtband „Ich lösche die Kirschen aus meinen Genen“ (hochroth München 2025) und dem Roman „Kurilensee“ (Frankfurter Verlagsanstalt 2025) hat Sophia Klink eine unverwechselbare literarische Stimme entwickelt. Als promovierte Biologin verbindet sie in beiden Debüts naturwissenschaftliche Präzision mit sprachlicher Virtuosität und machtUnsichtbares sichtbar. In Lyrik und Prosa erkundet sie eindringlich das Verhältnis von Mensch und Natur und überzeugt durch gedankliche Schärfe und formale Souveränität.

Sophia Merwald („Sperrgut“, Prosa): Mit ihrem Debütroman „Sperrgut“ (park x ullstein Verlag 2026) entwirft Sophia Merwald einen eigenwilligen literarischen Kosmos von großer sprachlicher Kraft. Im Zentrum steht das Haus „Lusthansa“, ein wandelbarer Schutzraum für Frauen und alle, die keinen Platz in einer von Normen geprägten Welt finden. Mit poetischer Fantasie und gesellschaftskritischem Blick entwickelt sie eine originelle Utopie, die gerade durch ihre erzählerische Leichtigkeit nachhaltig wirkt.