Bachmann-Preis und Festivalschreiberin
Gleich zwei Ehrungen gibt es für die deutsche Autorin Lena Schätte, wie der Pressesprecher des Festivals Carinthischer Sommer bekannt gab. Der Carinthische Sommer geht von 2. Juli bis 2. August in Klagenfurt, Villach und Ossiach.
Heute hat ihr die Jury des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs – den 50. Tagen der Deutschsprachigen Literatur – den Ingeborg Bachmann-Preis in Klagenfurt zuerkannt. Sie bekam zusätzlich den Preis den Preis der Festivalschreiberin des Carinthischen Sommers zuerkannt. Nadja Kayali, Intendantin des Carinthischen Sommers, überreichte ihn an die Gewinnerin. Lena Schätte wird sich im Juli 2027 beim Carinthischen Sommer einfinden, um während dieser Zeit literarisch zu arbeiten.
Lena Schätte, Jahrgang 1993, stammt aus Nordrhein-Westfalen. Sie überzeugte mit ihrem Text „Was wir tragen“, den sie auf Einladung von Jurymitglied Thomas Strässle vortrug, nicht nur die Jury, sondern auch das Publikum. Die Autorin arbeitete als Psychiatriekrankenschwester im Ruhrgebiet, ehe sie 2020 ein Studium am deutschen Literaturinstitut Leipzig aufnahm. Ihr literarisches Debüt erfolgte 2014 mit dem Coming-of-Age-Roman „Ruhrpottliebe“. Für den Prosatext „Schnapstage“ erhielt sie 2024 den W.-G.-Sebald-Literaturpreis.
Siegertext über eine Übergewichtige
In ihrem Siegertext in Klagenfurt erzählt eine Ich-Erzählerin von ihrer engen Freundschaft mit der einzigen anderen übergewichtigen Mitschülerin. Gemeinsam ziehen sie sich von den anderen zurück, werden gemobbt, entwickeln eigene Rituale. Zugleich schildert die Erzählerin das gewaltvolle Verhältnis zu ihrer Mutter, die selbst von Essstörungen geprägt. Mit zunehmender körperlicher Stärke beginnt die Erzählerin, sich zu widersetzen.
Die 32-Jährige veröffentlicht im S. Fischer-Verlag und bei Marlon.
Die „Rede zur Literatur“ hielt 2026 Helga Schubert, Bachmannpreisträgerin 2020. Der Titel lautet „Und führe uns nicht in Versuchung“.
Neues Buch zur Widerspestigkeit Bachmanns
Ingeborg Bachmann wäre am 25. Juni 100 Jahre alt geworden.
Die Schriftstellerin Ingeborg Gleichauf hat in ihrem Essay „Ingeborg Bachmann – die Wderspenstige“ die Widerspenstigkeit der Autorin untersucht. Dabei nimmt sie Bachmanns Werk und auch ihre Briefwechsel unter die Lupe. Sie stellt fest: Ingeborg Bachmann hat immer wieder irritiert und überrascht. „Die Begegnung mit Werk und Autorin bleit ein Abenteuer – sowohl für diejenigen, die sie neu entdecken, als auch für diejenigen, die ihre Texte schon kennen.“ (144 Seiten, Aviva, 18 Euro)