Dirigent Iván Fischer im Gespräch

Der ungarische Dirigent Iván Fischer gibt mit der European Orchestra Academy fünf Konzerte in der Region Passau und in Freyung. © Akos Stiller

 

Mit der European Orchestra Academy in der Region Passau und Freyung

 

Der international gefeierte Dirigent Iván Fischer ist Gründer und Dirigent des  Budapest Festival Orchestra. In Kritikerumfragen wird es zu den Top Ten in der internationalen Orchesterlandschaft gewählt. Nachdem der Dirigent in der vergangenen Saison der Festspiele Europäische Passau mit dem Orchester beim Abschlusskonzert gefeiert worden ist, kommt er heuer mit einem jungen Ensemble. Ähnlich wie die Europäischen Wochen, die mit der Gründung eines EW-Jugendsinfonieorchesters den musikalischen Nachwuchs fördern, hat er die European Orchestra Academy 2024 gegründet und konzertiert mit den Mitgliedern europaweit. In fünf Konzerten sind die Musiker und ihr Dirigent in der Region im Rahmen der Europäischen Wochen zu erleben (Termine unten). Ich habe ein Interview mit dem Dirigenten und Komponisten geführt, der aus einer ungarischen jüdischen Musikerfamilie stammt.

 Lieber Maestro Fischer, Sie konzertieren in aller Welt, leben in Berlin und Budapest. Die jüngste Wahl des Oppositionspolitikers Peter Magyar wird einen Paradigmenwechsel der Politik herbeiführen. Sie erregten durch Ihr humanitäres Engagement für Flüchtlinge oft die Kritik des jetzt abgelösten Regimes Orbán. Was wird sich für die Künstler und speziell Sie ändern? Was erhoffen Sie sich?

Es ist eine Befreiung, eine Revolution, aber wie es eben bei Revolutionen passiert, man kann nicht sicher sein, dass alles sich gut entwickelt. Neue Leute sind an der Macht, mit wenig Erfahrung, viele ehemalige Fidesz-Leute, wir hoffen nur, dass die Demokratie und der Pluralismus wichtige Ziele bleiben.

 

Sie haben 2024 die Orchesterakademie im Verband Ihres Budapest Festival Orchestra gegründet zur Förderung junger Musiker. Was sind die konkreten Ziele?

Die meisten Orchesterakademien fördern ihren Nachwuchs. Wir machen es anders: Die junge Leute lernen die besondere Mentalität des BFO’s, vor allem dass sie direkten Kontakt mit dem Publikum haben. Darum müssen die Akademisten viel in Spitälern und Altersheimen spielen, und dort über die Musik sprechen. Sie sollen lernen, dass man mit Musik viel erreichen kann. Und nach 2-3 Jahren nehmen sie diese gelernte Mentalität in anderen Ländern mit.

 

Die Festspiele Europäische Wochen fördern auch in der EW-Academy den Nachwuchs. Denken Sie, dass es für die junge Generation schwieriger heute schwieriger ist als früher, im Konzertbetrieb Fuß zu fassen? 

 

Wer für die eigene Karriere Fuß fassen will, soll es auch schwer haben. Wer aber mit Musik gibt, wer nicht von der Musik, sondern für die Musik musiziert, hat es immer leicht.

 

Sie sind fünf Tage Gast bei den EW und in der Region und werden drei Konzerte geben. Nach welchen Kriterien haben Sie die Musiken ausgewählt?

Man muss gut Instrument spielen, musikalisch sein und mit Musik etwas Kreatives vermitteln. Ich freue mich sehr, wenn solche Leute auftauchen!

Die Termine:

SO, 26. April 19 Uhr Redoute Passau
MO, 27. April 19 Uhr Volksmusikakademie Freyung
DI, 28. April 10 Uhr Asamkirche Aldersbach
MI, 29. April 19 Uhr Landkreisgalerie auf Schloss Neuburg
DO, 30. April 16 Uhr im Rahmen der EW-Treffpunkte
Öffentlich zugänglich ist auch:
DI, 28. April 19 Uhr Postsaal Eichendorf (zugunsten des Kinderhospizes Haus ANNA)